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29. Okt. 2014

Einfacher, schneller, zuverlässiger

Bei der Ausstattung seiner Intralogistik setzt das Traditionsunternehmen Leica auf Aberle als Generalunternehmer. Für die Teilelogistik in der neuen Firmenzentrale des Kameraherstellers erstellte der Systemintegrator ein automatisches Kleinteilelager. Lagerverwaltung und Prozesssteuerung erfolgen mit dem ‚Prozess Management System‘ (PMS) von Aberle. Darin eingebunden sind kompakte Vertikallift- sowie Paternostersysteme von Kardex.

Seit dem Frühjahr dieses Jahres ist die Leica Camera AG, international tätiger Premiumhersteller von Kameras und Sportoptikprodukten, mit Verwaltung und Fertigung, Kundenservice und Logistik im hessischen Wetzlar ansässig. „Die Fertigungsbedingungen am bisherigen Firmensitz nahe Solms genügten den steigenden Ansprüchen der Hochtechnologie nicht mehr“, erklärt Oliver Keiner, Leiter Produktionsplanung und -steuerung bei Leica. Das Traditionsunternehmen der optischen Industrie in Deutschland stand vor der Wahl, die alten Produktionsgebäude zu modernisieren oder einen Neubau am historischen Gründungsort der Firma Ernst Leitz anzugehen. Nach den Entwürfen des Frankfurter Architekturbüros Gruber & Kleine-Kraneburg entstand ein hochmodernes Firmengebäude nach neuesten energetischen Standards. So wird die neue Firmenzentrale mit Erdwärme beheizt, Photovoltaikelemente auf den 10000 m2 Dachfläche decken den Bedarf an Strom und mit rund 28000 m2 hat Leica die bisherige Nutzfläche verdoppelt. Ein Teil der Investitionen floss in die Optimierung und Automation der Logistik, die in Wetzlar sowohl die Produktion mit den notwendigen Materialien, Hilfs- und Betriebsmitteln versorgt als auch die Konfektionierung übernimmt. Die Anlagenplanung erstellte Willibald Rat Plan Design, Ammerbuch. Für die Realisierung des vorgesehenen automatischen Kleinteilelagers (AKL) suchte Leica einen kompetenten Generalunternehmer (GU), der die erforderliche Hardware sowie die Software für effiziente Lagerverwaltung und Prozesssteuerung bieten konnte. Zudem galt es, in dem Neubau drei Vertikalliftsysteme Shuttle XP zur kompakten Tablarlagerung in einem automatisierten Hochregal sowie vier Paternostersysteme Megamat RS der Kardex Deutschland GmbH, Neuburg/Kammel, in die Prozesse und Materialflusssteuerung einzubinden. Den Zuschlag für das GU-Projekt erhielt die Aberle GmbH, Leingarten. „Bereits mit den Angebotsunterlagen hat Aberle überzeugt“, begründet Leica-Planungsleiter Keiner die Auftragsvergabe. „Das setzte sich bei der Pflichtenhefterstellung, der Montage und Einführung fort. Ein hervorragender Projektverlauf, gute Unterstützung und ein optimales Ergebnis für die zuverlässige Produktionsversorgung und schnelle Erfüllung der Nachfrage nach Leica-Produkten. “ Im Zentrum der logistischen Materialflüsse: das neue, eingassige AKL. Mit 7420 Stellplätzen für doppeltiefe Behälterlagerung bietet es die optimalen Kapazitäten für die Lagerung und Kommissionierung der Schnellläuferartikel von Leica. „Mit dem Kombiteleskop-Lastaufnahmemittel des Regalbediengerätes ist die Anlage auf 162 Ein- und Auslagerungen pro Stunde ausgelegt“, sagt Aberle-Projektleiter André Schuh. „Nach dem Prinzip ‚Ware zum Mitarbeiter‘ versorgt das AKL drei angebundene, ergonomisch gestaltete Kommissionierarbeitsplätze.“

Im Bereich Customer Care (CC) wurden zwei Shuttlesysteme XP 500 (4380 x 2972 x 8450 mm) integriert sowie zwei Paternosterumlaufregale Megamat RS (3 875 x 1671 x 3560 mm) für die Lagerung von Ersatzteilen und Reparaturgeräten. Ein Shuttle XP bevorratet 75 Tablare, was circa 180 m2 Lagerfläche bedeutet. So können Leica-Kunden ihre Kamera- und Optiksysteme einsenden und überprüfen beziehungsweise reparieren lassen. Diese Geräte sowie rund 8 000 verschiedene Ersatzteile – von Miniaturschrauben bis Gehäuse für ältere Kamerabaureihen – werden in den Automationssystemen von Kardex gepuffert beziehungweise ge- lagert. Für den Bereich Logistik steht ein Shuttle XP sowie zwei Paternosterumlaufregale Megamat RS zur Verfügung. Letztere sind in einem Reinraum installiert, in dem die Linsen für die aktuelle Produktion und Reparaturaufträge gelagert werden, diese beinhalten jeweils 14 Tragsätze mit Zwischenboden.

Besonderer Vorteil der modular konzipierten Kardex-Systeme: Sie lassen sich flexibel an die vorhandenen Raumhöhen anpassen und bieten eine hohe Lagerverdichtung bei geringem Flächenbedarf.

„Variable Einlagerungshöhen mit minimalen Einlagerungsabständen, ein elektronisches Messsystem sowie die intelligente Systemsteuerung Logicontrol 100 stehen für eine höhenoptimierte Lagerung und Bereitstellung zur Verfügung. Damit sorgen wir für maximale Effizienz und kontrollierten Zugriff“, erläutert Kardex-Projektleiter Joachim Schlierf. IT-Basis für das Warehousing in dem neuen AKL bildet das modulare Prozess-Management-System (PMS) von Aberle mit den Modulen PMS-W für das Warehouse-Management und PMS-M für den Materialfluss. „PMS löst unser vorheriges Lagerverwaltungssystem ab“, so Leica-Planungsleiter Keiner. „Statt der veralteten Insellösung bildet das PMS jetzt das Basissystem für unsere Intralogistik.“

PMS-W übernimmt die Verwaltung von Artikeln und Aufträgen sowie die Überwachung der Prozesse und führt die Auftragskommissionierung. PMS-M generiert die fahrwegoptimierten Ein- und Auslagerungen im AKL und übernimmt die optimale Steuerung der Fördertechnik nebst Überlast- und Konturenkontrolle, die Aussteuerungen der Behälter an die Kommissionierplätze sowie die Rückführung der Anbruchbehälter. „Beide Systeme sind über Idocs-Standardschnittstellen an das überlagerte SAP-Host-System von Leica angebunden“, erklärt Aberle-Projektleiter Schuh. „Über die Schnittstellensoftware JIMF sind zudem die sieben Lagerautomaten von Kar- dex in die Lagerverwaltung und Prozesssteuerung durch das PMS eingebunden.“

Prozess-Management-System von Aberle arbeitet mit SAP-System zusammen

Die Wareneingänge in Wetzlar werden nach Menge geprüft und im PMS erfasst. Nachdem die Qualitätssicherung die Artikel freigegeben hat, werden Einlagerungsaufträge erzeugt. Je nach Lagertypvorgabe werden die Artikel anschließend für das automatische Handling in Behälter oder auf Tablare umgepackt und durch Scannung informatorisch mit dem Ladehilfsmittel verknüpft und eingelagert. Für die Produktionsversorgung übergibt das SAP-System die Abrufaufträge an das PMS von Aberle. Das stößt die Auslagerungen in den verschiedenen Lagertypen an, steuert und überwacht die Kommissionierung. An den drei Kommissionierplätzen, die dem AKL angeschlossen sind, dienen Kommissionierwagen als Zielbehälter. Nach Abschluss der Kommissionieraufträge werden die Kommissionierwagen in die Produktion geführt. „Die Kommissionierung erfolgt mit einem Vorlauf von ein bis zwei Tagen“, erklärt Leica-Planungsleiter Keiner. „Dadurch puffern wir eine taggenaue Produktionsversorgung.“ Die in der Produktion montierten Endgeräte werden abschließend in der Konfektionierung mit dem erforderlichen Zubehör zusammengeführt, in Verkaufsverpackungen verpackt, palettiert und an den Versand übergeben. Für eine schnelle Übermittlung der innerbetrieblichen Fahraufträge per WLAN und die wegeoptimierte Führung der Stapler werden gegenwärtig auch die Staplerterminals an das Prozess Management System von Aberle angebunden.

„Dank der Automationssysteme sowie der intelligenten Lagerverwaltung und Prozesssteuerung durch das PMS ist die Kommissionierung bei geringerem Platzbedarf deutlich einfacher, schneller, zuverlässiger und weniger aufwändig für unsere Mitarbeiter geworden“, resümiert Leica-Planungsleiter Keiner. „Die bereits erzielte Zeitersparnis hat unsere Lieferbereitschaft nachhaltig verbessert. Mit Abschluss aller Umstrukturierungen und Automationsprozesse ist die Hebung weiterer Optimierungspotenziale absehbar. Wir sind mit der Lösung sehr zufrieden.“

[ Quelle: www.fm-online.de | Ausgabe 10/2014 ]

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