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12. Dez. 2014

Autonomes Fahren wird Wirklichkeit

Wie stellt sich Daimler das Verkehrssystem von morgen vor? Autonomes Fahren heißt die revolutionäre Neuerung, die binnen eines guten Jahrzehnts kommen soll. Der Fahrer wird zum Transportmanager befördert. Heißt im Klartext: Auf unkomplizierten Streckenabschnitten übernimmt der ‚Highway Pilot‘ das Steuer. Der Transportmanager kann via Tablet-PC neue Aufträge annehmen, die Route optimieren, mit Kunden kommunizieren.

Das war schon ein Kracher, den Daimler den Journalisten präsentierte. Da rollt ein neuer Mercedes-Benz Actros auf einem noch nicht freigegebenen Streckenabschnitt der Autobahn A14. Der Fahrer übergibt nach Knopfdruck das Steuer an den ‚Highway Pilot‘‚ um sich um einen neuen Auftrag zu kümmern, der gerade per Internet auf seinem Tablet-PC eingetroffen ist. In der Stadt X soll noch zusätzlich Ladung aufgenommen werden und auf dem Weg zum Ziel, mit einem kleinen Umweg in der Stadt Y, abgeladen werden. Kein Problem. Denn der Fahrer hat die Hände und den Kopf frei. Er kann die neue Route planen, telefonieren, E-Mails schreiben, Lenk- und Ruhezeiten planen, einen Stellplatz ordern und schon einmal das Abendessen bestellen. Wie funktioniert diese Technik? Im unteren Bereich der Frontpartie scannt ein Radarsensor den Fern- und Nahbereich nach vorne. Der Frontradarsensor erfasst eine Reichweite von 250 m und deckt einen Öffnungswinkel von 18 Grad ab. Der Nahbereichssensor hat eine Reichweite von 70 m und bestreicht einen Winkel von 130 Grad. Der Radarsensor ist die Basis für die heute schon verfügbaren Sicherheitssysteme Abstandhalte- und Notbremsassistent.

Den Bereich vor dem Fahrzeug deckt außerdem eine Stereokamera oberhalb der Brüstung hinter der Windschutzscheibe ab. Heute ist an dieser Stelle bei der Option Spurhalteassistent eine Monokamera montiert. Die Reichweite der Stereokamera beläuft sich auf 100 m, sie bestreicht einen Bereich von horizontal 45 Grad und vertikal 27 Grad.

Die Sensoren sind miteinander vernetzt und ergeben ein komplettes Bild der Umgebung. Erfasst werden sämtliche bewegten und stationären Objekte im Umfeld des Lkw. Durch die Fusionierung der Daten von Frontradarsensor, Seitenradarsensoren sowie der Frontkamera in einem Hochleistungsmultikernprozessor des Zentralrechners wird der gesamte Bereich vor und neben dem Lkw erfasst. Zum Vergleich: Das menschliche Auge verfügt über ein Blickfeld von 150 Grad, seine Schärfezone beträgt jedoch nur einen Bruchteil davon.

Was kann der ‚Highway Pilot‘? Er folgt automatisch dem Straßenverlauf. Sollte ein Hindernis auf dem Standstreifen vorhanden sein, wird er dieses mit Abstand passieren. Ein Überholvorgang eines langsameren Fahrzeugs ist bislang nicht möglich. Der ‚Highway Pilot‘ bremst dann ab und folgt dem Fahrzeug mit Sicherheitsabstand. Auch eine Gasse bildet der ‚Highway Pilot‘, weil er ja, wenn alles klappt, sehr früh die Information erhält, dass Polizei- und Rettungsfahrzeuge von hinten nahen.

Fazit: Autonomes Fahren wird die Logistik nachhaltig beeinflussen. Der Future Truck 2025 wird kommen. Dazu muss aber Europa auch weiterhin enger zusammenwachsen, denn die Politik muss auch die Weichen für diese Technologie stellen. Dass dies ein steiniger Weg ist, davon kann man jetzt schon ausgehen.

[ Quelle: www.fm-online.de | 12/2014 ]

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